FAQ

Machen die Stöcke wirklich Sinn?

Ein ganz deutliches JA! Durch den effektiven Stockeinsatz werden weitaus mehr Muskelgruppen angesprochen als bei anderen Laufmethoden.
Aufgrund des kraftvollen Abdrucks werden Brust-, Arm – und Rückenmuskulatur gefordert und somit weiter gestärkt. Beim korrekten Einsatz erfolgt eine stabilisierende Oberkörperrotation. Außerdem wirkt das Öffnen und Schließen der Hände wie eine Pumpe und unterstützt so den Blutfluss und auch das Lymphsystem.

Worauf sollte man beim Stockkauf achten?

Anfänger sollten sich für Teleskopstöcke entscheiden, da die Stocklänge mit immer besserer Technik sich ändert – je schneller man wird, um so größer wird der Schritt und damit die Stocklänge. Andererseits sieht oft bei Anfängern viel zu lange Stöcke, die einen effektiven Stockeinsatz besonders hinsichtlich Öffnen/Schließen der Hände unmöglich machen. Die bisherigen Rechenformeln für die Stocklänge sind nur ein Hilfsmittel. Die richtige Stocklänge orientiert sich an der Schrittlänge.

Weiterhin ist es sehr wichtig, dass die Schlaufen sowie die Griffstärke ein Öffnen und Schließen der Hände zulassen, ohne dass man nach dem Griff dann suchen muss.
Am besten ist es, bei einem Trainer auszuprobieren und sich beraten zu lassen. Leider wird man selbst in Sportartikelläden nicht immer korrekt beraten.

Für wen eignet sich Nordic Walking?

Grundsätzlich für jeden, der nicht das Bett hüten muss. Da die Belastung individuell angepasst werden kann, ganz besonders beim Einzeltraining, gibt es wenig Gründe, es nicht zu versuchen. Bei Herz- Kreislaufproblemen sollte man seinen Arzt fragen, der dann  z.B. die Höhe Belastungspulses benennt. Wer unsicher ist, sollte am besten einen Sportmediziner befragen.

Wann sollte man Nordic Walking nicht betreiben?

Generell bei akuten fieberhaften Erkrankungen, bei oder kurz nach Einnahme von Antibiotika und wenn man sich nicht gut fühlt. Mit der „Brechstange“ loszulegen macht niemals Sinn.

Nordic Walking und Krebs - geht das? OnkoWalking

JA!

Unbedingt JA! Meine persönlichen Erfahrungen seit 2006 hinsichtlich physischer (körperlicher) und psychischer (seelischer) Stärkung lassen in meinen Augen Nordic Walking  nahezu als einen Beitrag zur Überlebenshilfe ansehen. Ich stelle Ihnen unter OnkoWalking Links und Literaturtipps zusammen, die meine Erfahrung im Kampf gegen den Krebs und die Therapiefolgen untermauern. Selbstverständlich schließt dieses nicht ein Gespräch für Sie mit Ihrem Arzt des Vertrauens aus! Durch die Betreuung vieler mitbetroffener Frauen kann ich nur sagen, dass Nordic Walking Mut macht und hilft, Fatigue ("unbeschreibliche Ermüdungszustände bei Chemo- und/oder Strahlentherapie), Knochen- und Muskelschmerzen zu senken.

Meine Onkologin sagt immer:"Krebs mag keinen Sauerstoff." Nordic Walking als Ausdauersportart in der Natur hilft, auch durch die "Sauerstoffpumpe" aufgrund des Öffnen und Schließens der Hände, den Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen. 

Seit einiger Zeit gibt es daher auch das ONKOWALKING, das sich gezielt an Krebspatienten richtet. Da ich aus eigener Erfahrung all das, was heute wissenschaftlich nachgewiesen ist, nur bestätigen kann, bildet Onkowalking den Schwerpunkt meiner Tätigkeit.

Onkowalking unterstützt Sie bereits während der Akut-Therapie hinsichtlich Vermeidung oder Minderung des Fatigue-Sydroms und hilft, die therapiebedingten Beschwerden zu lindern. Nach der Therapie verbessert Onkowalking wissenschaftlich nachgewiesen die Leistungsfähigkeit, verbessert die psychische Situation und die Funktion des Immunsystems.

Krebspatienten können nahezu uneingeschränkt mit Nordic Walking ihre Therapie unterstützen.

 

 

Muss man wirklich einen Trainer zum Erlernen haben?

Ja. Wie bei jeder Sportart kommt es auch hier auf die korrekte Technik an. Leider sagen wir Trainer immer noch, dass 90 - 80% der Nordic Walker eine uneffektive und mitunter auch gefährdende Laufweise haben. Man sieht sich selbst nicht beim Walken. Ein Trainer erkennt die Ursachen für die falsche/ uneffektive Technik und kann Abhilfe schaffen.

Was kann bei falscher Technik passieren?

Falsche Technik kann zu schweren Stürzen führen (Stolpern über den Stock). Auch kann eine ungünstige Körperhaltung Schmerzen verursachen und dem eigentlich Positiven des Nordic Walking entgegen wirken. Im minimalsten Falle verhindert man Wirkungspotenzen des Nordic Walking und nutzt nicht das, was diese Sportart anzubieten hat.

Weiterhin wurde nachgewiesen, dass eine falsche Technik zu folgenden Problemen führen kann:

  • Schmerzen in der Nackenmuskulatur
  • Knieschmerzen -> Schädigungen durch falsche Lauftechnik
  • Fehlbelastungen der Hüfte

Lesen Sie hier einen wichtigen Artikel von Dr. Petra Mommert-Jauch dazu:

Nordic Walking unter orthopädischer Sicht

Zu hohe Belastungen sind ebenfalls kontraproduktiv.

Ein fachkompetenter Nordic- Walking- Trainer erkennt Fehlhaltungen, kann Übungen zur Korrektur anbieten.

Nordic Walking ist keinesfalls Gehen mit zwei Stöcken!

Welchen Sinn machen Nordic Walking Wettkämpfe?

Es entwickelt sich immer mehr eine Zweigleisigkeit: Nordic Walking als Hochleistungssport oder als Gesundheits- und Breitensport. Es hängt also in erster Linie von den eigenen Zielen ab. Für den Gesundheits- und Breitensport sollte immer gelten: Eine saubere Technik - ohne sich zu überpowern und in den sauerstoffarmen Bereich zu gelangen - macht Sinn. Hier hilft die Pulsuhr.

Jedoch sind aufgrund der korrekten Technik für ein gesundes Nordic Walking Grenzen gesetzt.

Nach Forschungen des DWI ist bei einer Geschwindigkeit über 8km in einer Stunde damit zu rechnen, dass die gesundheitsfördernden Bewegungsabläufe nicht mehr funktionieren können, sondern dass

  • durch Überstreckung die Knie fehlbelastet werden
  • durch aktive "Hüftarbeit" / ähnlich dem leichtathletischen Gehen / die Hüfte überbeansprucht wird.

Hinzu kommt die Frage der Sauerstoffversorgung der Zellen. 

Es sollte also jeder für sich entscheiden, ob er die Wettkämpfe als Herausforderung und trotzdem mit echtem Nordic Walking annimmt oder die keinesfalls zu unterschätzende Leistung der schnellsten z.B. bei der Nordic Walking WM anstrebt.

Wie oft sollte man Nordic Walking machen?

Einmal ist besser als kein Mal. Am besten ist es im Breitsport  2 bis 3 Mal wöchentlich je 1 bis 1 ½ Stunden  so, dass man den „Schnattertest“ noch besteht (mit anderen Reden können). 
Neue Forschungen ergeben:

  1. Zwei Mal wöchentlich eine halbe Stunden durch schnelles Walken/ Nordic Walking richtig Schwitzen.
  2. Täglich eine Stunde gut zu Fuß unterwegs sein in einem flotten Tempo (Treppen, nicht immer das Auto nehmen usw.)

            -> Damit ist man auf der gesunden Seite des Laufens angekommen.

 

 

Welche Belastung ist sinnvoll?

In den sauerstoffarmen (anaeroben) Bereich zu laufen macht wenig Sinn, das fördert weder die Ausdauer noch die Fettverbrennung, da der Körper zusehen muss, wo er den notwendigen Sauerstoff her bekommt und diese anderen Funktionen kaum noch wirksam sein können. Grundregel sollte sein, dass nach einer hohen Belastung 24 – 48 Stunden Pausen sinnvoll sind. Solange man den „Schnattertest“ besteht, ist man nicht im sauerstoffarmen Bereich.

Macht eine Pulsuhr Sinn? Und wie ermittele ich meinen Puls?

Ja. Im Anfängertraining hilft sie ein Gefühl für die angemessene Belastung zu entwickeln, verhindert Über- aber auch Unterbelastungen. Weiterhin dient sie zur Kontrolle der Entwicklung der eigenen Ausdauerfähigkeit. Sie ist ein sehr gutes Mittel der Belastungssteuerung und hilft, im gesundheitseffektiven Bereich zu walken.
Es sollten Minimal- und Maximalpuls  für das Training bzw. dann den Wettkampf in die Uhr eingegeben werden. Das Signal beim Minimalpuls dient als „Aufwecken“, da man sonst kaum einen Trainingseffekt erzielt. Die Höhe sollte man mit seinem Arzt besprechen, sie richtet sich nach Alter und Gesundheits- bzw. Trainingszustand.
Den Ruhepuls ermittelt man am besten morgens vor dem Aufstehen. Im Internet gibt es mehrere Webseiten, in die man nur seine Werte eingeben muss, die dann den individuellen Puls errechnen.

Muss man sich erwärmen und wie sollte das Training beendet werden?

Erwärmen dient generell der physischen und psychischen Vorbereitung auf eine sportliche Aktivität.
Vor einem Wettkampf ist eine sehr gute Erwärmung durch Gymnastik und Einlaufen unbedingt notwendig.
Vor dem Training sind Gymnastik  und kleine Spiele mit dem Stock immer günstig.
Auf aktives Dehnen sollte man verzichten. Statt Einlaufen kann man langsamer beginnen und das Tempo allmählich erhöhen. Niemals aus dem Kalten voll loslegen!

Nach Wettkampf bzw. Training sind wiederum eine leichte Gymnastik und nun auch Dehnübungen günstig. Wer dann noch duschen geht oder ein warmes Bad nimmt, hat den optimalen Wohlfühleffekt. Das Cool-down ist sinnvoll, um Schlacken abzutransportieren und einzelne Muskelgruppen zu dehnen und nochmals zu aktivieren.

Zum Dehnen: Falsches Dehnen kann mehr schaden als nutzen. Man muss es sich so vorstellen, dass man zwei Pole gegenüber hat, die sich anziehen und abstoßen und so die Muskelkontraktion hervorruft, also ein „Band aus vielen kleinen Fasern“ bewegt. Dehnt man nun diese beiden Pole zu weit auseinander, können sie schwer funktionieren, was besonders bei schnellkräftigen Bewegungen danach ungünstig sein kann. Außerdem können bei noch zu kalten Muskeln einzelne Muskelfasern verletzt werden. Auf der sicheren Seite ist man daher mit Dehnübungen nach der Belastung. Dabei muss man immer darauf achten, dass nichts verkantet oder verdreht wird. So müssen bei Oberschenkeldehnung die Fußspitzen immer parallel nach vorn zeigen, häufig wird der hintere Fuß im Kniegelenk verdreht.

Nun auch noch im Wasser? Macht das Sinn?

Ja. Das Joggen im Wasser, das Anwenden verschiedenster Bewegungsmuster und Schrittweisen dabei, ist aus vielerlei Hinsicht sehr positiv.

1. Es ist ein neues Bewegungserlebnis, das erst einmal viel Spaß macht.

2. Gerade für Übergewichtige ist es sehr angenehm, da das eigene Körpergewicht scheinbar reduziert wird.

3. Das Wasser allein übt verschiedene gesundheitsfördernde Reize auf Herz-Kreislauf, die Nieren usw. aus.

4. Das ursprüngliche Training kostbarer Araberpferde wirkt auf den Menschen ebenso positiv hinsichtlich der Brems- und Antriebswirkung des Wassers - es ermöglicht ein vielseitiges Training. 

5. Es existiert keine Sturzgefahr.

6. Es gibt eigentlich keine Ausreden. ;-) Und die Belastung ist optimal differenzierbar für den einzelnen Teilnehmer.

7.Der Körper reichert sich optimaler mit Sauerstoff an.

8. Auqa-jogging vermindert die Gefahr der Bildung von Ödemen. So müssen z.B. keine Stützstrümpfe im Wasser getragen werden, da der Wasserdruck dies übernimmt.

9. Übungen zum Kampf gegen "verfilzte" Faszien aufgrund von Bewegungsmangel gehören ebenfalls zum Programm.

Mehr noch? Ausprobieren!

Welches Schuhwerk eignet sich?

Seit einiger Zeit walke ich ausserhalb des Wettkampfes mit "Barfuss-schuhen". Sie sind mir sehr angenehm. Ich fühle damit sehr gut, was ich unter meinen Füßen habe ohne jedoch Gefahr zu laufen, mir etwas einzutreten. Der Vorteil: Meine Füße werden gefordert, Unebenheiten des Geländes auszugleichen. Und das Schuhmaterial empfinde ich als angenehme Massage. Nichts drückt und es werden noch mehr Muskeln trainiert, deren Wirkung im ganzen Körper zu spüren sind.  Mehr über Barfuss-schuhe hier-> Klick

Wenn ich stärker ausschreite, bleibe ich bei gut abfedernden Sportschuhen. 

ABER VORSICHT! Wer jahrelang mit Absatzschuhen lief, der muss sich erst an dieses Schuhwerk gewöhnen. Also nicht gleich den ganzen Tag über tragen!

Sie haben noch mehr Fragen? Gern können Sie über Email diese an mich richten. Ich beantworte sie Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen, aber eine Überprüfung durch Sie sollte trotzdem nicht außer Acht gelassen werden – auch ich bin nicht fehlerfrei. Daher übernehme ich keine Garantie, sondern stelle Ihnen meine Meinung vor.