Medizin mit Stock

Natur erleben

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Au
Bevor du den Esel nach Hause trägst
23.08.2021 10:20

Hallo - einen wunderschönen GUTEN TAG wünsche ich!

Du schmunzelst wegen meiner Überschrift? Gut so!

Klaro, wer trägt schon `nen Esel nach Hause. Vielleicht erinnerst du dich an die Fabel von Johann Peter Hebel. In meinem Lesebuch stand sie.  

Also kurz erzählt: Vater, Sohn  und Esel sind auf dem Heimweg. Egal, wofür sie sich entscheiden, es gibt immer einen Kritiker - ob sie nun neben dem Esel beide gehen, ob der Sohn darauf sitzt oder der Vater, ja sie sitzen eine Zeitlang beide auf dem Tier - es kommt immer wer vorbei, dem das, was er gerade sieht, missfällt. Zu guter Letzt tragen beide den Esel nach Hause. Zusammengefasst:

Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann!

In meinem Buch " Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen " befasse ich mich mit Ratschlägen.

Interessant ist schon das Wort, dieses Kompositum: Rat + Schläge. Nun, Schläge sind im allgemeinen nichts, das man gern empfängt. Ähnlich können Ratschläge sein, so gut sie auch oftmals gemeint sind. Peng und rein in die Magengrube!

Gerade wer in einer Lebenskrise steckt, wen eine gefährliche Krankheit betroffen hat, wird mit diesen Schlägen malträtiert. Ich erinnere mich, wie während einer Vernissage einem Bekannten, der schwer an MS erkrankt ist, so ein Schlag verpasst wurde, den er freundlich-lächelnd parierte. Er war nicht da, um "belöffelt" zu werden, er wollte die Veranstaltung genießen. Mir geschah es, seltsamer Weise aus dem gleichen "Stall", vor ein paar Tagen per Email. Es ging nicht um MS, sondern um einen Entwurfstext, den ich, eigentlich nicht für alle, verfasst hatte. Ich als hoffnungsloser Fall von Optimismus gehe mal von "gut gemeint" aus, aber die Wortwahl - nun ja.  Kurzum, mich erinnerte  eine möglcherweise tiefschlagähnliche Formulierung, die "mit Verlaub"  eingeleitet wurde, an Joschka :-))), keine Bange, ich machte ihn nicht nach, ich schwieg und lachte. Dieser RatSCHLAG ging gehörig daneben. Nicht, dass ich beratungsresistent bin, nö.  Aber....

Du selbst kennst garantiert eine Menge eigener Erlebnisse. Daher vermute ich, mit meinen Anstupsern für Ratschlägeverteiler kannst du mitgehen.

Übrigens du wirst hier in meinen Beiträgen, wie leider auch in meinem Buch, ab und an über Tippfehler stolpern, du wirst nicht immer meiner Meinung zustimmen (wollen, können - egal), du wirst manchen Satz doof finden - jaaaaa. Na und? Ist so. Punkt.

Liebe RatSCHLÄGE-Verteiler, denkt doch mal vorher an folgendes:

  1. Der Ton macht die Musike.
  2. Frage dich doch erst mal, ob dein Gegenüber deinen Rat jetzt hören mag - d.h. ist die Situation angemessen? Wurdes du um Rat gebeten?
  3. Wie würde dein Ratschlag bei dir ankommen, gäbe ihn dir jemand?
  4. Muss man nun jeden Rat befolgen? (Siehe Hebel -> Mag man den Esel am Ende tragen?)

Meine Deutschlehrerin meinte öfter: "Ungefragte gehören unter den Tisch mit der Nase in den Schubkasten."  Nicht schlecht - oder?

Ich bin mir sicher, oft genug selbst RatSCHLÄGE verteilt zu haben, mit bester Absicht, weil ich dem Menschen helfen wollte. Ehrlich, als ich dann aufgrund meiner Krebserkrankung Ratschläge um die Ohren gehauen bekam, da wurde mir bewusst, wie belastend das sein kann. 

Nun wird dir vielleicht schon die Wahl meines Buchtitels in "Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen" deutlich. Und wenn es anderen so vorkommt, dass ich etwas falsch mache, dass ich völlig irre bin und NORDIC WALKING mache, trotz Chemo, trotz und trotz... ja wer weiß denn besser als ich, was MIR GUT TUT?

Wir werden tagtäglich erschlagen von Verhaltensmaßregeln, die notwendig sein sollen, damit wir zeitgemäß uns verhalten, also klimagerecht, gendergerecht, nicht rassistisch, gesundheitsbewusst und und und.... Und :-))) ich schreib denn noch son Buch!!!  Wenn du es am Ende nur verwendest, um deinen wackligen Tisch zu beruhigen - ja, das ist DEIN RECHT.

Ich wehre mich, mein Buch als Ratgeberbuch zu benamsen, es sind meine Erfahrungen. Punkt. Und dir bleibt völlig überlassen, was du damit für dich machst. 

Neulich las ich, wenn ich mein Haustier nicht schlachten könne, hätte ich kein Recht, Fleisch zu essen. Kinnndeeerrrr neee. Welche Sau wird da durch`s Dorf getrieben?  Und, ja und ich verwende noch immer und konsequent verallgemeinernd das generische Maskulinum, schalte weg und innerlich aus, wenn ich mit Luftschnapp-Innen gemobt werde. Liebe Leute, es ist mir sch.. egal, welche Sexualität wer lebt, solange er oder sie niemanden damit quält.  Ja, ich kenne viele, die eine ganz andere Sexualität leben, nach ihrem Bekenntnis oder weil sie nun einen anderen Vornamen tragen, als ihnen einst gegeben wurde - ja. Doch niemals ordne ich sie aufgrund ihrer Sexualität ein - sondern stets als MENSCH. Nur in einem einzigen Punkt interessiert mich das Geschlecht eines anderen Menschen, jaaa... pssst ich oute mich: Ich mag nur Sex mit `nem Mann und dann nur mit dem, den ich wirklich lieb hab. Ist so. Interessiert dich nicht? Klasse. Denn mit meinem Buch hat das Nullkommanix zu tun.

Tjaa, übrigens Karl Marx wurde Mohr genannt (siehe das Buch "Mohr und die Raben von London") - war er nun Rassist?

Leute, vor lauter politischer Korrektheit merken manche nicht, wie sie Mauern hochziehen, Menschen beleidigen usw. Und was einem da für RatSCHLÄGE vorn Kopp gekloppt werden. Jaaa, ich berlinere gerade. 

So. Punkt.  Ach dat noch. Worin besteht der Unterschied zwischen N-Wort und Z-Wort zum ursprünglichen Begriff? Ähm, hätte ich in der Email geantwortet: "Ich schreib jetzt das A-Wort", wäre es genauso angekommen, als hätte ich Arschloch geschrieben. Oder? Aber, macht ruhig, was ihr da für angemessen haltet. Ja. Klaro. Aber bitte, lasst mich auch tun und unterstellt mir nicht in Scheuklappenvariante Negatives...

Schönen End-August! 
Bleib gesund und froh... Deine Marita (heut mitohne Fotos...)

 

August 2021
Vorfreude

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