Medizin mit Stock

Natur erleben

01
M
Das Wertvollste
01.03.2022 11:55

Ich begrüße dich herzlich - meine Leserin bzw. mein Leser!

Heute strahlt die Sonne. Das war, so empfinde ich es, in diesem Winter zu selten.

Wie sehr wir Sonne brauchen, das wird gewiss auch dir oft bewusst. Wenn dann noch Vogelzwitschern zu hören ist, kann ich ganz tief durchatmen und das Leben spüren.

Auch "mein" Eichhörnchen, mögen es gar zwei oder drei sein, klettert munter umher und sammelt die von mir ausgelegten Walnüsse ein, sofern der Buntspecht oder der Eichelhäher nicht schneller waren. 

FRIEDE AUF ERDEN UND DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN.

Dieser Satz geht mir durch den Kopf. Oh, die Weihnachtsbotschaft aus der Bibel. Tja. Wie oft mag vor kurzem dieser Satz gesprochen, gedacht, geschrieben worden sein. Weltweit. Hmmm.

Mir geht seit Tagen einiges aus einem Lied, das ich vor vielen Jahren im Russischunterricht lernte, nicht aus dem inneren Ohr: 

Спроси солдата, лежащего под березой  - Frag den Soldaten, der unter der Birke liegt.

So ähnlich war das, das Lied kennen viele oder den Text: "Denkst du die Russen wollen Krieg!"

Tja. Wie viele Menschen meiner Generation sind mit diesem Lied sozusagen groß geworden. Und nun?

Wer in der DDR gelebt und gelernt hatte, kennt Ostrowskis Buch "Wie der Stahl gehärtet wurde" und daraus den Satz, dessen ersten Teil ich für mein, ja zugegeben, sehr plakativ- agitatorisches Bild benutzt habe: "Das Wertvollste, das der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben."

Ich versuche nun zu verstehen, warum alles, was wirklich wichtig im Leben ist, von ausgerechnet russischen Soldaten durch Putins wahnsinnigen Befehl in der Ukraine zerstört wird. Und...und...und das Zitat von Ostrowski geht weiter: "Und benutzen soll er es so, dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft, habe ich dem herrlichsten der Welt, der Befreiung der Menschheit gewidmet."

 

Diesen Teil habe ich bewusst weggelassen. Hmm. So kann man Zitate sich passend machen. Nun ja. Die Frage ist jedoch, wodurch sterbend? Nein, ich wehre mich, den "Märtyrertod" als erstrebenswert anzusehen! Nein! Da also dieser Teil sehr schnell in zig Varianten interpretiert werden könnte, lasse ich ihn unbedingt weg.

ABER? ABER...Könnte es sein, dass gerade diesen Satz Putin unmenschlich missbraucht? Wie ich darauf komme? Er bezeichnet die aktuelle ukrainische Regierung als Nazi!

Nur so ein Gedanke, denn mich bewegt es sehr, wie es möglich ist, Soldaten, zu deren Liedgut eben "Denkst du die Russen wollen Krieg" gehört, schau nach, du findest bei youtube einiges, wie es also möglich ist, dass nun Zivilisten aus der Ukraine flüchten müssen, weil ihr Leben durch russische Bomben bedroht ist.

Es könnten nun manche meinen: "Putinversteherin!" WAS SOLL DAS? Etwas zu verstehen oder verstehen zu wollen scheinen manche gleichzusetzen mit Akzeptanz! Niemalsnimmernicht ist das identisch!

Ich halte es für die Grundlage um etwas zu ändern, zu beseitigen, zu besiegen, dass man versucht zu verstehen und sich die Fragen stellt:

                  WARUM?  WOFÜR? WOGEGEN? WODURCH? WOMIT? 

Unter uns gesagt ;-) mit der sprachlich fragwürdigen Formulierung "mit was" ist es dünne...

Als ehemalige Lehrerin weiß ich, dass kluge und weiterführende Fragen zu stellen sehr schwierig ist. Eine Antwort, also Meinung oder sowas, fix zu geben, das geht weitaus schneller! Und als recht eifrige Facebook-Leserin fällt mir auf, tatsächlich eine Frage so wie gestellt zu beantworten, ist wenigen gegeben. Weil man eine Frage nämlich erst mal DURCHDENKEN muss. Jajajaja. 

Nur mit "Denken" ist da nix getan. Öhmmm... na ja, es ist doch das dümmste Argument, das so oft zu lesen bzw. hören ist.

???????????

Ähm. Was hat das nun mit 

#nordic walking #onkowalking #mein_buch #malerei  ...... zu tun?

???????????

VERDAMMT VIEL!

Da kannsde gegen Krebs noch so kämpfen, so eine Scheißbombe macht es sofort zunichte!

Wer will über Gräber walken? Über Schutt und Asche?

Nee, ehrlich, als "Emil Pelle in seiner Laubenlandparzelle" kommt niemand wirklich weiter.

Ferientag eines Unpolitischen
von Erich Weinert (1930)

Der Postbeamte Emil Pelle 
hat eine Laubenlandparzelle, 
wo er nach Feierabend gräbt 
und auch die Urlaubszeit verlebt.
Ein Sommerläubchen mit Tapete, 
ein Stallgebäude, Blumenbeete. 
Hübsch eingefaßt mit frischem Kies, 
sind Pelles Sommerparadies.
Zwar ist das Paradies recht enge 
mit fünfzehn Meter Seitenlänge; 
doch pflanzt er seinen Blumenpott 
so würdig wie der liebe Gott.
Im Hintergrund der lausch'gen Laube 
kampieren Huhn, Kanin und Taube 
und liefern hochprozent'gen Mist, 
der für die Beete nutzbar ist.
Frühmorgens schweift er durchs Gelände 
und füttert seine Viehbestände. 
Dann polkt er am Gemüsebeet, 
wo er Diverses hat ausgesät.
Dann hält er auf dem Klappgestühle 
sein Mittagsschläfchen in der Kühle. 
Und nachmittags, so gegen drei, 
kommt die Kaninchenzüchterei.
Auf einem Bänkchen unter Eichen, 
die noch nicht ganz darüber reichen, 
sitzt er, bis dass die Sonne sinkt, 
wobei er seinen Kaffee trinkt. 
Und friedlich in der Abendröte 
beplätschert er die Blumenbeete 
und macht die Hühnerklappe zu.
Dann kommt die Feierabendruh.
Er denkt: Was kann mich noch gefährden! 
Hier ist mein Himmel auf der Erden! 
Ach, so ein Abend mit Musik, 
da braucht man keine Politik! 
Die wirkt nur störend in den Ferien, 
wozu sind denn die Ministerien? 
Die sind doch dafür angestellt, 
und noch dazu für unser Geld. 
Ein jeder hat sein Glück zu zimmern. 
Was soll ich mich um andre kümmern? 
Und friedlich wie ein Patriarch, 
beginnt Herr Pelle seinen Schnarch. 
 

Ja, ich habe auch einen Garten. Ja ich werkel auch gern darin herum. Ja, ich freue mich über die Blumen, die Tomaten - über alles, was ich darin zum Leben bringe. Ja.....

So, das war ein kleiner Ausflug in meine Ex-Deutschlehrerinnen-Zeit. ;-)

Ich werde nachher übrigens Rosenkohl und rote Rübe in meinem Minigewächshaus aussäen. Ja. Und ich werde nicht im Stundentakt Kriegsnachrichten ansehen, auch das. 

Aber ich werde nicht aufhören Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Nö. 

Übrigens, das OnkoWalking / Nordic Walking machen wir ebenfalls weiter - es macht nämlich Kopf und Seele aufnahmefähig und frei und mutig und.... 

Liebe Grüße

Marita

Kommentare