Medizin mit Stock

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Die Welt ist ein Irrenhaus....
22.08.2022 11:21

Liebe Leserinnen, liebe Leser meines Blogs!

Ob nun wirklich bei mir die Zentrale des Irrenhauses ist - ich hoffe nicht. Aber ziemlich viel Irrenhaus befindet sich hier irgendwie schon. Deshalb war eine lange Flaute mit meinen Einträgen und diese wird wohl noch nicht ganz vorbei sein.

In der Zwischenzeit wurde ich behandelt wie "Mollekin Doof", wurde als Lügnerin beschimpft, besuchte meinen Mann in der Klinik dann in jener, holte ihn, weil als nicht rehafähig bezeichnet, aus einer 160km entfernten nach paar Tagen wieder ab (oh hättet ihr ihm nur seine wichtigste Medizin gegeben), brachte ihn zur nächsten Therapie, aus der er, weil zu gesund, nach 24 Stunden entlassen wurde und warte nun darauf, dass ein Fahrdienst gefunden wird, der ihn von "hier draußen" die 9km nach Berlin zur Tagesstation fahren kann.

Was ich mich nicht erst seit diesem Jahr frage: Wieso muss ich als medizinischer Laie mir die Haare raufen, wie wenig so manche in der Medizinm Tätige Ahnung vom Hypophysenadenom und den möglichen OP-Folgen haben? Oder besser gesagt: Im Zusammenhang denken. Weil, wie eine Schwester oft sagte, und zwar in der Klinik, in der ich als Grüne Dame tätig war, dann in der Rezeption:

                                         "Man kann Läuse und Flöhe haben!"

 

Okay, okay,ein Hypophysenadenom ist ein relativ seltener Tumor an der Hirnanhangsdrüse. Diese ist im Hormonsystem ein wichtiger Regulator. Hormone sind chemische Stoffe, die unser Körper als Botenstoffe benötigt zur Übertragung von Informationen, für den Stoffwechsel. Das habe ich einst in der Schule gelernt.  Wenn also so ein Tumor die Funktion der Hypophyse behindert, was ist dann Sache? Richtig - es besteht eine Diskrepanz bei den Hormonen. 

Im Sport wird inbezug auf den Ausdauerbereich viel von Endorphinen "geredet", also ein Hormon, das durch entsprechende körperliche Belastung entsteht und Glücksgefühle auslösen kann. Kann! "Runners high" als Stichwort.

Jedoch beim Nordic Walking ist es nicht unmöglich aber nunja nicht unbedingt der Grund, dass Endorphine beglücken - es ist eher der Abbau der "Stresshormone", der uns gut tut. Ich bezeichne diese sogenannten Stresshormone gern als "Weglaufhormone", denn sie führen dazu, dass das Herz kräftiger schlägt, der Puls höher wird, der Tunnelblick eintritt, Muskeln sich anspannen -> alles mit dem Ziel: Nimm die Beine in die Hand und mach dich vom Acker! Weil die Situation nicht gut tut.

Was sagt uns dieser kleine Ausflug in die Welt der Hormone, dieser kleine Tunnelblick in ein sehr komplexes System?

Die Hormonproduktion durch unseren Körper wird von aktuellen Einflüssen bestimmt - denn ihre Aufgabe ist die Reaktion durch Aktion im Interesse des Körpers.

Uns geht es am besten, wenn es keine Dysbalance gibt - und Ausdauersport hilft, die durch Stress im Übermaß produzierten Hormone abzubauen, weil wir dann eben die Beine in die Hand nehmen und uns vom Acker machen, und ein bestmögliches Gleichgewicht herzustellen.

 

Wenn also Stressoren auf einen Menschen wirken...klar - wenn nun die Hypophyse geschädigt ist, bei meinem Mann durch sogar zwei Mal Adenom plus Operationen, dann kann man sich doch wohl vorstellen, dass es, ganz simpel gesagt, Probleme in der Steuerung von Körperfunktionen gibt, weil eben nicht die notwendigen Informationen bereit gestellt werden können. 

Ich hoffe, ihr könnt mir folgen.

Und das führt dazu, dass etwas, was gestern super klappte, heute aufgrund eines zu hohen Stresslevels eben nicht funktioniert. UND sehr verehrte Schwester der S..klinik, da bin ich keine Lügnerin und es nutzt ihr Hinweis "soll Ihr Mann raus aus seiner Komfortzone" einen Scheißdreck und ist genauso bekloppt wie zu einem Menschen mit Depression zu sagen, er möge endlich fröhlich und vergnügt durchs Leben wandeln.

Und wenn später ausgerechnet das Medikamen vergessen wird, das die durch die Fehlfunktion der Hypophyse nicht angemessenen Botenstoffe aussgleicht, ja Himmelarschundzwirn - dann entgleist der Organismus entsprechend! Anderseits: Was jetzt gerade eben nicht so krank ist, haut möglicherweise morgen wieder zu!

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Noch ein Zusammenhang sei verdeutlicht, der DIR vielleicht die Notwendigkeit von Bewegung so richtig aufs Auge drückt:

Wenn nun die hormonelle Regelung nicht korrekt funktioniert, wenn Stress-Situationen da noch reinhauen, könnte Bewegung, also Abbau der "Weglaufhormone", wie oben beschrieben, helfen. Doch nun kommt unser konkreter Haken: Wenn Mann seit Jahren an Krücken "geht", nur wenige Schritte seit Jahren noch schafft-> Frage: Wie wirken dann diese Stresshormone? Und wie können sie abgebaut werden?

Ich bin mir 100pro sicher, du, liebe Leserin, lieber Leser, hast die Antwort parat. 

Weil du auch bei mir vielleicht schon gelesen hast, dass ein System nur so gut sein kann, wie es sein schwächstes Glied zulässt. 

Was soll also mein Blogeintrag hier und heute?

1. Aufzeigen, wie wichtig Bewegung im Zusammenhang mit dem hormonellen Gleichgewicht und damit nicht nur für unser Wohlfühlen sondern auch für unsere allgemeine Gesundheit ist.

2. Hab ich hoffentlich am leider realen Beispiel aufgezeigt, wie blöde Schubkastendenken ist.. und meinen Frust ausgetobt. 

 

Achso Mollekin Doof - Wenn jemand um ein Gespräch bitte, erwartet man keinen Monolog, zumal noch auf falscher Prämisse basierend, sondern auf Augenhöhe, bei dem die Bittende erst einmal erzählen darf, worin ihre Motivation besteht. Da braucht man keinen "Erklärbär" und schon gar nicht den Satz: "Wenn Sie mich noch einmal unterbrechen, dann lege ich auf, weil es so keinen Sinn macht." Ach hätten Sie nur aufgelegt....

Okay, wir haben alle Stress - die Welt ist ein Irrenhaus, im Großen wie leider zu oft auch im Kleinen. Die Hitze ist für heute in Pause gegangen. Also ran an die Stöcke!

Walken, Laufen, Radeln, Schwimmen oder/ und Singen wir uns unsere Hormone in Balance!

Schönen August noch. 

Liebe Grüße

Marita

 

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