Medizin mit Stock

Natur erleben

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Fe
Frühling lässt sein blaues Band...
15.02.2022 11:05

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Geht es euch auch so, dass zu bestimmten Situationen euch Textzeilen oder ganze Gedichte einfallen? 

Die Kraniche ziehen nun laut rufend weiter. Sie wissen Bescheid: Der Frühling kommt. Ich lausche ihnen gern. Eigentlich mag ich jede Jahreszeit, jedoch was diesen Winter an Wetter geboten wurde, war in meiner Region ein lautes Ihhhh. Grau, grau, grau. Jetzt endlich funkelt die Sonne und lässt all die lila Krokusse sich öffnen, als ob sie die Strahlen tanken wollen. Das nahezu triste Grau der Gartenlandschaft übernimmt sehr gern diese Farbe. 

Das tut gut!

Im Fernsehen berichteten sie heute, dass eine wissenschaftliche Studie belegen würde, dass der gezielte Aufenthalt im Wald gesundheitsfördernd sei. Och nee, da wär ick nie drauf gekommen. ;-) Und dass es sogar in, ähm war es Japan?, ärztliche Rezepte für Waldbaden gäbe. Na bitteschööööön.

Wie weit weg sind "wir" eigentlich gekommen, wenn wir tatsächlich eine wissenschaftliche Studie benötigen für etwas, dass doch jeder oder jede selbst spüren müsste? Brauchen wir heutzutag für jede im Grunde SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT eine wissenschaftliche Studie? 

Noch ist es nicht Zeit für den Osterspaziergang. Du kennst gewiss: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick. Im Tale grünet Hoffnungsglück." (zitiert aus meinem nicht unbedingt zuverlässigen Gedächtnis aus Goethes Faust)

Es gibt so ein modernes, innovatives, virales, wat-weiß-ick Wort : ACHTSAMKEIT. In unserer Zeit, vollgepfropft mit Druck, mit scheinbar unsäglich Wichtigem, mit vielem, dass uns aus unserem ureigenen Rhythmus schmeißt, ist dieses Wort sehr bedeutsam geworden. Nein, ich meine absolut nicht diesen für mich unerträglichen Rat: "Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht." NEIN! Wenn jeder an sich denkt, wohin das führt, zeigen all diejenigen, die anstatt eine Maske zu tragen lieber auf Mahner einprügeln usw. Nein! EMPATHIE - um die geht es mir. Jedoch wer es nicht mehr kann, auf sich selbst zu achten, der kann schwerlich wahrnehmen, was um einen herum geschieht, was man selbst anderen antut.

 

Wer noch Augen hat zu sehen, Ohren zu hören, wer noch spüren kann, riechen, atmen - ja der müsste die Natur als Quelle allen Lebens mit jeder Nervenfaser aufnehmen können. Warum nur ist das scheinbar so schwierig?

Die Anforderungen an sich selbst könnten Schuld sein. Ja, ich bin ehrgeizig! Ja, ich lehrte meine Töchter, wenn sie merken, dass sie zu etwas besonders sich eignen, es sie besonders interessiert, dann sollten sie dies auch tun. Ich mag Eigenintiative, Eigenverantwortung - aber ich verachte das aktuelle Querdenken. Ich ziehe Grenzen, an denen meine Toleranz endet. Und sie endet stets dort, wo andere gefährdet werden.

 

Ich las heute auf einem Instagram-Account einer jungen Frau, dass ihr Chemohirn sie nahezu verzweifeln lässt, weil sie spürt, sehr schwer den Anforderungen gewachsen zu sein. Ja, auch ich möchte den Anforderungen an mich gewachsen sein, jedoch habe ich gelernt, es klappt nicht stets und immerzu. Und schon gar nicht nach all dem, oder mit all dem, was eine Krebserkrankung mit sich bringt. Dieses CHEMOHIRN ist weder eine Ausrede noch eine Erfindung noch was-weiß-ich - es ist eine verfluchte Tatsache! Druck, den man sich zu all dem noch selbst macht, lässt eher den Kessel explodieren. Der doofe Spruch IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT ist leider sowas von richtig - es nervt einen schon. 

AKZEPTANZ heisst nicht: "Ich lass die Karre laufen und tu eben nichts. Nein." Akzeptanz definiere ich mit: "Es ist nun so, es wird anders, aber nie mit der Brechstange. Ich muss meinen Weg finden - das bin ich mir wert!"

 

Mein Tipp: NORDIC WALKING bzw. ONKOWALKING. Raus in die Natur, halt die 3-L-Regel ein (Lieber Lange Langsam) und gestatte dir regelmässig Zeit für dich.

Was sich alles mit OnkoWalking positiv beeinflussen lässt - lies in meinem Buch

LASS MICH MIT EINEM KAMEL LAMBADA TANZEN

Ja, darin findest du auch Hinweise zu Studien - und viele Erzählungen aus meinem Trainerinnendasein und meine eigene Erfahrungen. 

Fremde Erfahrungen ritzen die Haut - eigene gehen darunter.

Mach also deine eigenen! Ich unterstütze dich gern.

Hinaus in den Frühling - obwohl eigentlich jetzt Minusgrade normal wären. Und wer in den Spreewald zur Zeit fahren kann, zampere mit!

TOI TOI TOI

Eure Marita

Die Zeit rennt
Das Wertvollste

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