Medizin mit Stock

Natur erleben

22
Ju
Ich will dir was erzähl`n
22.06.2021 17:45

Hallöle!

Na, wie war deine Hitzeschlacht? Ich muss gestehen, mir ging sie mächtig auf Kreislauf und Gemüt. Zumal ich Training absagen musste. Ist doch blöde - erst so lange Auszeiten wegen Corona, dann macht die olle Hitze einen Strich durch die Pläne.

Heute ist es angenehm kühl. Der Regen - ein Jammer mit ihm. Während in einigen Gegenden Landunter war, sind meine Regentonnen noch immer leer. Sowat von leer.

Jajaja, das Wetter! ;-) Darüber erzählen wir Menschen gern.

Mein Papa konnte sich schöne Geschichten ausdenken. Meine Schwester und ich mochten das und baten ihn daher oft: "Papa, erzähle uns eine Geschichte."  Papa veralberte uns aber auch sehr gern und es konnte geschehen, dass wir zu hören bekamen:

"Es war einmal ein Vater, der hatte sieben Söhne. Die Söhne baten: `Papa, erzähl uns eine Geschichte`. Und da fing der Vater an. Es war ein mal ein Vater..." Das konnte so eine Weile gehen.

Wenn es kürzer sein sollte, dann hatte Papa folgendes parat:" Ich will dir was erzähln von der Muhme Rehln, von der Muhme Kinkerlitzchen - hat ein Floh im Hemd zu sitzchen." Und dann kitzelte er uns ab. 

Tja. Mein Papa. 2010 verstarb er in seinem 84. Lebensjahr. In den nächsten Tagen wird meine Mama 85....

Geschichten erzählen, ja das begleitete mich nicht nur meine Kindheit lang. Also richtige Geschichten. Mama las sie uns abends aus Büchern vor. Ich hab eine kleine Bibliothek zu Hause.

Worauf will ich hinaus? 

In mir sind immerzu Geschichten. Geschichten, die mir in den Kopf kommen, wenn mir etwas auffällt, das Kontraste oder Merkwürdiges anbietet. Eines sind es nie - Krimis. Mich interessieren Zusammenhänge, die Ausblicke eröffnen. Mich interessiert also, was kann wie weiter wirken - wie weit kann es gehen? Keine Extrema - sondern eigentlich Stinknormales, das spannend wird, wenn man genau hinschaut. Oder etwas, was mich nachdenklich stimmt, wie diese Mauer in den Köpfen und Herzen, wie die fehlenden Schmetterlinge. So was eben.

Und ich mag Worterfindungen, die in unserer Sprache dank der Komposita super funktionieren.  Zum Beispiel Tucholskys Emil Pelle und seine Laubenlandparzelle. Einfach klasse. 

Heute bekam ich ein "Horoskop" via Facebook und zwar von einem Lieferanten meines Mittagessens, ein Obsthoroskop. Für mich kam aufgrund meines Geburtstages die Brombeere infrage. Und das ergab: "Deine Sprüche sind mit Vorsicht zu genießen, schließlich ist Sarkasmus Dein zweiter Vorname. Aber wie bei der Brombeere muss man sich vor diesen Sticheleien nicht fürchten, schließlich bist Du dahinter eine zarte Seele, die niemals jemanden wirklich verletzen will." Jaja, ich mag Heine deshalb wohl so sehr.

Joaaa, dat passt! Diejenigen, die mit mir Nordic Walking oder OnkoWalking machen, können meine kleinen sarkastischen Sprüche gewiss bestätigen. Und mit meinem Enkelsohn stichel ich sehr gern herum. Er amüsiert sich oft genug, dass ich meist einen Spruch loslasse, wenn irgendwas geschieht.

 

Jut.. weiter: Es gibt Menschen, die es nicht verstehen wollten, dass ich im Laufe meines nun fast 65 Jahre währenden Lebens so allerlei gemacht habe. 

Kurz vor dem Abi z.B. ging es darum: Was studiere ich? Ich hatte drei Ideen: Pflanzentechnologie (hätte Papa sehr gefreut), Kinderärztin oder Lehrerin. Naja, mit Chemie hatte ich es nicht so, die 3 im Abi reichte mir. Kinderärztin - dazu hätte ich nach Bulgarien gemusst, nix für mich. Also Lehrerin. Erst dachte ich, die Kombination Deutsch und Englisch wäre nicht übel. Gottseidank warnte mich meine Deutschlehrerin :"Du kommst aus dem Korrigieren nicht mehr raus."  Meine Kunsterzieherin meinte, ich könnte die Aufnahmeprüfung schaffen. Also - und ich glaubte es kaum, ich bestand die Aufnahmeprüfung und studierte an der Humboldt-Uni, wurde Diplomfachlehrerin Kunsterziehung und Deutsch. Zwei meiner Dozenten beeidruckten mich besonders: Gerenot Richter (https://de.wikipedia.org/wiki/Gerenot_Richter) und Roland Berger, der nun kurioserweise nahezu umme Ecke wohnt. 

Tja. Später, als Mutter kam ich nicht mehr dazu, was zu malen. Es sei denn, ich verzierte eine Wand des Kinderzimmers.

Kurz vor der Wende desertierte ich aus der Volksbildung und war lange arbeitslos, dann ABM als Freizeitpädagogin, vom Arbeitsamt eine Ausbildung zum Datenverarbeitungsorganisator bekommen (nicht ganz abgeschlossen), kaufmännische Angestellte mit der Aufgabe, die Mitarbeiter hinsichtlich der Arbeit mit PC und Software zu schulen (ich, die Einäugige unter den Blinden, SQL war die Computersprache- HIMMMEL), dann 3. Kind, arbeitslos und letztlich nach meiner Krebserkrankung Grüne Dame, Arbeit in der Rezeption einer Klinik als Vertretung, wieder arbeitslos und schließlich reichte es mir und ich machte mich selbständig als Nordic Walking Trainerin. Zwischendurch ;-) gründete ich die Abt. Leichtathletik beim SV Grün-Weiß- Birkenwerder, erwarb Trainerscheine....

 

 

Nun wunderst du dich, falls überhaupt, nicht mehr, warum meine Webseite ist, wie sie ist. Oder?

Und in meinem Buch " Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen " kommt eben alles zusammen - meine Neugier an Zusammenhängen, meine Biografie, mein Interesse an Sprache und Schreiben und an Bildern. Ich bin im Grunde angekommen, wo ich am besten hinpasse. Blöd nur, dass es so lange dauerte - aber schneller ging`s nicht und wäre eigentlich auch mega doof gewesen. 

Wieder zum Malen oder "Bildermachen" kam ich übrigens durch das OnkoWalken. Weil nämlich die Leute an meinem Infostand vorbei gingen so nach "IiiiiHHHH SPORT!!!" Und denn noch der mit die Stöcke, wa. Also lockte ich mit Bildern. Und zwar mit diesen:

Hurra, sogar Männer blieben an meinem Infostand im Rehazentrum in Lübben stehen. ;-) Und der Knaller! Ich wurde gefragt, ob ich dort ausstellen möchte. Na klaro! Ich legte also einige Monate los und konnte dann 1/4 Jahr meine Arbeiten dort zeigen.

Hinzu kam bald, dass eine "meiner" Walkerinnen mir berichtete, dass sie und einige anderen in Oranienburg einen Kunstverein gründen wollen und ich solle doch unbedingt mitmachen.  Naaajaaa - seit meinem Austritt von den Leichtathleten war (und bin) ich im Grunde "vereinsgeschädigt" - aber wat solls. Ich wurde Mitglied im Verein Kunstraum Oranienburg (www.kunstraum-oranienwerk.de) und nahm an etlichen ArtRoom-Ausstellungen teil. Jaja, die Webseite übernahm ich später auch. Wat solls. (ähhh, Links kann ich hier nicht hinterlegen)

Ich will euch also meine Geschichten erzählen.

Zum einen die reale mit vielem Hintergrund und Zusammenhängen - nämlich in meinem Buch, jaaa das vom Lambadatanzen mit dem Kamel. Das Buch kauft bitte und lest dann darin. 

Zum anderen in meinen Bildern. Die könnt ihr euch nicht nur hier auf der Webseite anschauen, sondern auch in der Sparkasse in Birkenwerder, bald im Landtag in Potsdam und hier:

Na denne - es sind auf jeden Fall nicht Papas Ulkgeschichten! In der Blumenhalle zeige ich euch Arbeiten, die aus alten Stickbildern entstanden sind (sie wie der Januskopf da oben), in der Auseinandersetzung, die ich mit den Eiapopeia-Bildern führte.... 

Bis demnächst!

Ähm... hab zu ville erzählt - oder?

Kramt mal in euren Geschichten herum!

Alles Liebe

Marita

 

Wir 1961 - was war ich stolz auf meine kleine Schwester!

Puhhhh heiß ;-)
Trainingslager 2021

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