Medizin mit Stock

Natur erleben

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Fe
Nennt man das Lampenfieber?
12.02.2020 10:02

Oder wie?

Texte vorzulesen war ja mal Inhalt meines Jobs - nämlich als Lehrerin. Aber es fühlt sich sehr anders an, wenn es aus dem eigenen Buch ist. Also selbstverzapft.

Neneneneee, ich bin schon stolz, das Buch geschrieben zu haben, durchgehalten trotz etlicher Hindernisse. Und auch froh, wie gut die Resonanz ist. Sogar mit 'nem Drücker von Marianne, eine ehemalige Mit"chemikerin", Mitmacherin dann bei den Leichtathleten. Ihre Begeisterung macht mir Mut. 

Mit meinen Bildern in die Öffentlichkeit zu gehen, joa ich traue mich. Wovor ich Bammel habe, sind diese Trigger, die einfach so reinknallen und mir Tränen in die Augen jagen. Dabei, so meinte nicht nur Marianne, sei mein Buch locker geschrieben und lese sich prima. Aber ich hab ja da Innen in mir Erinnerungen....

Okay, okay. Ich klopf mir auf die Brust und sage mir: Kopp rausgehalten, Regen oder Sonne kommen nun.

Ergo liegt ein Bücherstapel bereit, freue ich mich auf diese Herausforderung. Ja ehrlich, ich mag Herausforderungen. Denn die bringen mich immer ein Schrittchen weiter. Geht ja nicht nur mir so.

 

Also da liegen die Bücher. Dahinter all die vielen Medaillen, die ich im Laufe der Jahre erwalkt habe. Bald kommen wieder Gurken dazu, aber vorher noch ein Schneeglöckchen. Heute aber erst mal geht`s zu den Kindern in die Grundschule. Die fordern mich jedes Mal! Mit ihren Fragen, ihren klugen Gedanken, ihren Problemen mit sich und der Welt - eine super Herausforderung! 

Den "Kunstkindern" bringe ich bei, dass Kunst Geschichten erzählt, immer aus der Sicht des Künstlers betrachtet, und jeder Künstler ist einmalig. Ich möchte ihnen helfen Mut zur eigenen Meinung zu haben. Es fällt einigen richtig schwer, Farbe so ganz mit Schwung und ohne Bremse auf die Leinwand zu bringen. Da ist sie nun - ich mach was draus!  Thema: Schmetterlinge für Kinder, die unter Erwachsenen leiden mussten oder müssen - ob im KZ Sachsenhausen, in Kriegen wie in Syrien. Angeregt hat mich dazu das Butterfly-Projekt, das Kinder in Cottbus gestaltet haben in Erinnerung an die Leiden und den Tod von Kindern während des Holocaust.

Ich will, dass sich jedes Kind individuell einbringt, seine eigenen Erfahrungen und Gedanken hineinlegt. Und glaubt mir, auch diese Kinder haben eine Fülle ganz unterschiedlicher Erlebnisse, die nicht alle nur rosa sind! Es ist interessant zu erleben, wie sich die sieben ganz individuell mit dem Thema auseinandersetzen. 

Kinder sind etwas Wunderbares und wir lassen sie mahnend, achtend, beachtend in Schmetterlingen schweben! Schmetterlinge sind Krafttiere. Ja, diese zarten Elfen! (Nicht ohne Grund schweben sie auf meinem Auto.) Die Schülerinnen sind nun auf dem guten Weg, denn jedes Bild sieht anders aus und passt zur kleinen Künstlerin.

Die kleinen Leichtathleten fechten noch einiges aus - mit dem ungeduldigen B., der immer gewinnen will und meint, unfehlbar zu sein und in wüstes Toben ausbricht, wenn es nicht nach seinem Wollen läuft. Und dem "Gegenpart", der meint, nichts zu können, sich aber dann sagenhaft bemüht und weint, weil er sich von B. angegeriffen fühlt. 

 

Und da hab ich Bammel vor der Buchlesung? Mannommmannnnn Frau, dat is ja lächerlich!

 

Zum Ende des Jahres hin
Boa - Buchlesung in Cottbus

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