Medizin mit Stock

Natur erleben

08
Fe
Und täglich grüßt das Murmeltier
08.02.2021 09:58

Ich wünsche DIR und DIR und... nun euch, liebe Leser und Blog-Begleiter, einen guten Tag und einen entsprechenden Start in die neue Woche.

Richtig, Montag ist heute. Mir ist so, eben heute zu bloggen. Wat solls.

Es ist ein in Deutschland sehr geteilter Montag: Während die einen Frühlingsgefühle haben können, stecken andere im Schnee fest oder ihnen wird heiß vom Schneeschippen, wieder andere bibbern und es fegt, nicht überall, ein eiskalter Wind.

Ich sitze in meinem Büro. Nicht alle Vorhänge haben ich zurück gezogen. Es wäre zu kalt. 

Kommen wir zum Titel - also ich wende mich der Überschrift zu. 

Der Film gleichen Titels gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Es faszinierte mich oft genug mitzuerleben, wie der immer wiederkehrende Gleichtakt eines Tages wirkt, ja eigentlich zur Verzweiflung treibt. Nun, seit Jahren habe ich diesen Film nicht mehr gesehen. Aber es gibt so Situationen, da plumpst er mir als Gedankenstoß in meinen Kopf. Dieses geschieht seit Corona nahezu täglich. Öhmm. ;-)

Heute "früh", ich war gerade auf dem Weg ins Bad, erschütterte mich der Ausruf: "Wir haben ja gar nichts zu essen da!"  Hmmm. Hatten wir Einbrecher im Haus? In unserer Region kommt das schon öfter mal vor. Aber der Hund hatte nicht angeschlagen. Ehrlich, der Einbrecher, der sich hier rein traut, muss schnelle Füße haben. Aber was hatte meinen Mann zu diesem verzweifelten Ruf veranlasst?

Ich schaute in die Küche und sah ihn stehen, gramgebeugt in den Apothekerschrank schauend auf die Stelle, wo er das Toastbrot erwartet hatte. Leer. Kein Toastbrot zu seinem Frühstück! Mein Tipp, wir hätten da noch Knäckebrot und ansonsten jede Menge Toastbrot eingefroren im Tiefkühlschrank, ließ seine Verzweiflung etwas abklingen und er griff mutig zum Knäckebrot. 

Mein Duscherlebnis reduzierte ich zeitlich deutlich, hüpfte in meine Corona-Alltags-Kleidung, zog meine dicke Winterjacke an, Kaputze hoch und stiefelte, nee ging mit den Plastelatschen, die vielen Schritte zum Bungalow, um dem Verhungern vorbeugend entgegen zu wirken. Nach 50 kleinen Schritten hatte ich das Ziel Tiefkühlschrank erreicht. In dem Bungalow wohnen derzeit meine Wellensittiche - 15 an der Zahl. Sie begrüßten mich und schienen sich zu beschweren. 

Ja, ich gebe zu, ihr derzeitiges Quartier ist nicht so geräumig wie das, was sie seit Jahren kennen. Aber es hat einen derzeit sehr wichtigen Vorteil: Die Temperatur fällt nicht unter Null Grad. Wenige Minusgrade kann ich an ihrem gewohnten Quartier überbrücken, aber minus 10 nachts - nee. Daher mussten sie vor zwei Tagen einen Umzug ertragen. Doch, während ich das lebensrettende Toastbrot, also die sechs Schreiben, aus der Kühlung holte, schimpften die Piepsers weiter mit mir. 

Kurz überlegte ich, ob ich einen einfangen sollte, ihn mit seinem Piepmatzhintern in die jetzt MINUS 9 Grad, gefühlte MINUS 11, halten solle, damit er den anderen dann berichten könne: "Leute, hier ist es zwar enger und wir können nicht wie gewohnt von Innenvoliere in die Außenvoliere flattern, aber da draußen ist es arschkalt und wir würden an unseren Sitzstangen zu Eisvögeln werden." Aber... das könnte schief gehen. Es wäre möglich, dass der Vogel von der Weite, der Freiheit und dem Schnee berichten könnte. Dann wäre die Rebellion noch schlimmer. Vielleicht gibt es dann sogar einen Piepmatzhungerstreik. Man weiß ja nicht. (Ähm man*in weiß.... heißt dat nu so?) Ich meine, da gibt es Parallelen zu manchen Menschen. Was ja nicht so gewaltig verwunderlich ist, denn gestern, nach ausgiebiger Lektüre in seinem Sessel (angewachsen ist er da noch nicht, nee, nicht der Sessel) berichtete mir mein Mann aus eben demselben, dass die Gehirnforschung ergeben hätte, dass die Gehirne Mensch und Vogel sich sehr ähnlich seien. Jut, das erklärt endlich den Ausruf: "Du hast ja nen Vogel." Oder?

 

Ich weiß, ich weiß G., ich komme , mal wieder, von Kuchenbacken zu Arschbacken - oder auch umgekehrt. Das Murmeltier also!

Jedenfalls das Toastbrot liegt nun in der Küche. Es wurde freundlich vom Messer begrüßt, das, wie immer, butterverziert auf "seinem" Platz lag und von mir in den Geschirrspüler abgeschoben wurde. 

Derzeit tummeln sich AUF dem Küchenteil, nennt man das Schrank oder wie.. achso - auf der Arbeitsplatte noch die Kaffeetassen plus anderem benutzten Frühstücksgeschirr. Damit sich seines nicht so einsam vorkommt, stellte ich meines daneben. Murmeltiertag.  Wieso?

Nun ich flitzte, vor meinem Frühstück, in den Garten und befüllte die Vogelhäuschen, denn Spatz, Taube, Amsel, Meise und Co. hatten schon die Stellen inspiziert und mussten mit magerer Beute abziehen. Murmeltiertag - ich warf einen Blick auf die Fußwege an den beiden Grundstückseiten und stellte fest: Schneeschieben nicht notwendig, Streuen noch nicht. Ich griff im Vorbeigehen nach der Tageszeitung, denn mein Mann liest diese nahezu den ganzen Tag über. Information muss sein!

Erwartungsgemäß lag er auf seiner BEMER-Magnetfeldmatte und ja, na ich weiß nicht, entweder erholte er sich von dem Schrecken oder von der Nacht oder bereitete das Zeitungslesen vor. Keine Ahnung. Er lebt im Murmeltierland. Das kann man nicht durcheinander bringen. Männin ooch nich. Um diese Zeit befindet er sich tagtäglich auf eben dieser Matte. Seit er nicht mehr arbeitet, also jobmässig, also seit Januar 2020. Traditionen müssen gewahrt bleiben. Und es hat den erheblichen Vorteil: Ich finde ihn IMMER. Falls... ähm.

Ich denke so: Wenn ein Tag wie der andere ist, mit winzigen Abweichungen wie Regen oder Sonne oder so oder auch ungeplante Anrufe und andere Störungen, ähm, also wenn das so ist, merkt mancher vielleicht nicht, wie die Zeit vergeht. Es ist ja dann völlig wurscht, welcher Wochentag - alles Jacke wie Hose. Das muss beruhigend wirken. Meine Erklärung. Mich macht's irre. Ob der Film dies bei mir ausgelöst hatte?

Falls du nun meinst - also ich weiß nicht, was du gerade meinen könntest - ich habe KEINE schlechte Laune. NEIN. Nur langsam zu kalte Füsse. Trotz der ABS-Socken. Es zieht...

Es schneit ganz feine Flocken. Ich werde gleich online Rechnungen bezahlen, denn ich habe mir alte Stickbilder gekauft. Meine Auswahlkriterien für diese sind: 

  • unbedingt größer als A4
  • schöner Rahmen
  • Rest wurscht.

In meinem Atelier gehen nämlich die Malgründe aus. Am liebsten habe ich die, auf denen schon irgendetwas ist. Daraus etwas ganz anderes zu machen, bereitet mir viel Spaß. Drei Tage z.B. hatte ich ein Bild "in der Mache", auf dem kubistisch deformierte Gesichter waren. Aus den Augen wurden Blüten, aus den Gesichtszügen Fenster, Wand, Tischtuch. Ich werde demnächst meine Online-Galerie um die Bilder der letzten Wochen erweitern, dann kannst du ses sehen - falls du dies noch nicht bei instagram oder facebook entdeckt haben solltest.

Jedenfalls male ich wieder mit Öl. Es duftet nach Terpentin in meinem Atelier-Arbeitsraum und ich achte brav darauf, die Tür immer gaaaanz schnell zu schließen. Ölfarben sind meine Farben sozusagen - sie sind herrlich wandelbar, sie sind nicht schnell trocken und lassen dadurch viel Zeit zum Verändern. Ihr Geruch erinnert mich an meine Studentenzeit. Wir hatten nicht viel verschiedene Materialien, aber Ölfarben.  Murmeltiertag? Nö. Nicht mit mir!!

Warum?

"Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen" - Bewegung ist Leben, Veränderung ist Leben. Lachen ist Leben...arschkalter Winter, sauheiße Sommer ...

Murmeltiertag - einmal im Jahr. Und was sagte er dieses Jahr: Zieht euch warm an, es bleibt noch kalt.

Na denne... hurra, der Paketbote brachte eben Nachschub! Der Terpentinduft wird bald wieder nicht durchs Haus aber durch meine Nase ziehen.

Mach keine Murmeltierwoche draus! ;-)

PANTA RHEI - alles fließt.

Toi toi toi - wünscht dir und euch

Marita

 

 

 

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