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Ursache und Wirkung
15.12.2021 11:13

Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Webseite! Liebe Leserinnen und Leser!

Das Weihnachtsfest kommt, wie jedes Jahr um diese Zeit, immer näher. Gern erinnere ich mich an die Adventszeit meiner Kindheit, an dieses besondere Gefühl von Aufregung, Neugier und ja ein wenig "Furcht" vor dem Mystischen dieser Zeit.

Denke ich dann an die Wochen vor Weihnachten, als meine Kinder klein waren, so wohnte auch jenen Jahren dieser besondere Zauber inne. Nun dieses Jahr ist es irgendwie ebenfalls spannend, aber nicht gerade im positiven Sinne. 
 

Ursache und Wirkung - mir scheint, dass es damit nicht so einfach ist. Klar sehr seltsam ist in dem Zusammenhang die berühmte Frage: "Wer war zuerst da? Die Henne oder das Ei?" 

Sie ist für mich Sinnbild für "vernuddelte" Logik. So vernuddelt, wie zu vieles, das ich z.B. unter etlichen Informationen via Facebook lese. Da ist diese Behauptung, wir würden nicht in einer Demokratie leben. Weil, siehe oben, keiner so richtig weiß, wie wir dieses Weihnachten begehen können? Äh.... Jetzt mal ehrlich, seit wann sind Viren demokratisch? ;-)

Kann man mit den Biestern verhandeln? Mit Kaffeesatzlesen kommen wir ebenfalls nicht weiter. Schätzemetrie? Da gibt es Leute, die, ja irgendwie verständlich, von "der Politik" Perspektivvorhersagen erwarten - ja manno, bei aller Wissenschaftlichkeit wären doch derartige Garantien Spökenkiekerei. Gerade Wissenschaften haben keine Kochrezepte parat. Fachleute wissen nämlich, dass jedes Ding zwei Seiten hat und immer wieder neues Wissen hinzukommen kann und wird. Sie kennen die Klippen, also die Schwachstellen. Nur die Schlaumeier haben es drauf - nur son Schlaumischlumpf nutzt dem Humor was, bestenfalls.

Als ich die Diagnose Brustkrebs bekam, war die Vorhersage begründet in der wissenschaftlichen, statistischen Erfahrung: 70% Überlebenschance. Immerhin. Erfahrungswerte waren es, die, in Beachtung meiner Person, meiner Krebsarten (es waren 4 in einer Brust), die Therapie bestimmten. Aber wer kennt schon letztlich sämtliche und vor allem individuelle Faktoren, die das Überleben ausmachen? Ob die Chemo tatsächlich das erreicht, was sie sollte - bei mir, wenn ich es richtig verstanden habe, war sie "nur" zusätzliche Absicherung für das, was OP und Herceptin bewältigen sollten. Und die Strahlentherapie war auf Jagd nach möglichen Mikrozellen, die vielleicht doch noch da und dort saßen. Die Hormontherapie musste diese beschissenen Stecknadeln im Heuhaufen aufspüren und das neuerliche Andocken und Füttern von Krebszellen verhindern. 

Was ich damit sagen will: Es hätte auch schief gehen können. Bewusst wurde mir das diesen Sommer, als ich bei einer Frauenärztin war, ich berichtete hier darüber, die meinen Befund von damals kannte und mir gratulierte, dass ich bis hier gekommen bin. "Sie können glücklich sein." Ja, bin ich. Ergo, so sicher war das alles denn doch nicht. Hat aber funktioniert.

 

Über meinen individuellen Anteil daran, wie bewusst mitzumachen, nicht (nach Möglichkeit) mir selbst es schwer zu machen oder in welchem Umfang mein Nordic Walking dieses Über- und Weiterleben ermöglichte - das kann man nur letztlich statistisch untermauern. Weil ja niemand gesehen haben kann, wie OHNE das Ganze für mich ausgegangen wäre. Ich bin mir sicher, dass diese ganz persönliche und schwere Erfahrung mir in dieser Coronapandemie hilft, Maßnahmen anzunehmen, nicht in Wolkenkuckucksheim herumzuschweben und Ursache und Wirkung anders zu sehen als so manche, die besonders laut herumkrähen.

Wenn ich gewisse Leute mit meinem Kurzbeitrag zum Thema Demokratie wütend gemacht habe und ein Lachsmiley erntete - danke, danke für diese Ehrung! Ja! Freut mich echt. 

Demokratie und Anarchie sind nämlich zwei ganz verschiedene "Dinge". Krebs war sowat von undemokratisch! Ehrlich. Der fragte nicht, ob ich es so klasse fand, mir eine Brust abnehmen zu lassen, mit Fatigue und v.a.m. auf die Therapie zu reagieren, in all meinen Freiheiten sowas von eingeschränkt zu sein, ja nicht mal das Essen schmeckte ---- was die Folgen der Krebserkrankung alles so waren und z.T. noch sind, in meinem Buch "Lass mich mit einem Kamel Lambada tanzen" steht das drin.  

Lese ich nun, was Long Covid bedeutet, dann kenne ich das gut. Es steckt in dem sogar eine Chance, nämlich die, dass die Folgen der Krebstherapie, die dem sehr ähnlich sind, nun anders therapiert und vor allem akzeptiert werden! Nicht so, wie vor zwei Jahren eine Schwester meine Info an eine Bekannte kommentierte:"Nach so vielen Jahren doch nicht mehr bei Ihnen!" DOCH! Ja, noch jetzt!  Aber nicht annähernd mehr so heftig wie damals. Weil ich, auch aufgrund meiner Kenntnisse als Lehrerin, viel selbst dagegen ankämpfte und kämpfe.

Wenn nun jetzt ein IQ-Test im Internet mir einen IQ von 128 attestierte, dann freue ich mich. Auch wenn ich wieder merkte, mein Kurzzeitgedächtnis will nicht so. Ich hatte Probleme, mir fünf Ziffern zu merken und die sechste dann folgerichtig zu benennen. Also werde ich das weiter üben. Von nix kommt nix. Bissel stimmen wird der Test schon, weil es stetig etwas besser wurde, was ich in meinem Alltag merke. Wenn ich es nur noch hinbekäme, wenn mir z.B. ein Weg beschrieben wird oder Namen genannt werden, dass dat nich so versackt... Mal sehen. 

 

Zur Zeit habe ich die Lemminge "in der Mache". Mit solchen Spielen versuche ich, meinem Kopp Beine zu machen. Auch das Malen tut gut. Wobei ich z.Z. viel stricke - kreativ stricke, nicht nach Vorlagen. Weihnachten kommt ja bald. Doch die Bewegung ist das Fundament. Gestern las ich, dass die Menschen, die im Alltag schnell gehen, länger leben und schlauer sind. Lies hier  Okay, das ist der Bericht über eine Studie - die mir ja so richtig in den Kram passt. Du kannst ja gern selbst weiter recherchieren, in wieweit diese Studie wirklich relevant sein kann. ABER du kannst es selbst testen. Mir reicht schon, dass es mir gut tut. Ideen kommen mir beim schnelleren Gehen besser.

Also......

Ich höre jetzt auf zu tippseln. Mein Sakralgelenk stänkert mal wieder, langes Sitzen mag es nicht. Doch nicht immer kann ich rum rennen...manchmal muss man Kompromisse machen. Was nun nix mit dem Stricken zu tun hat.

Na denne - gebt nicht auf und verzweifelt nicht. Nicht die, die am lautesten krähen, haben Recht. Sie krähen nur so, weil sie anders keine Argumente haben. Ich warte auf mein Booster und warte ab, was Weihnachten machbar ist. Denn das Wertvollste ist das Leben und dieses ist ohne ein Mindestmaß an Gesundheit ziemlich doof...

 

Tschüß und schöne Adventszeit!

Deine/ Eure Marita

Weihnachten

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