Medizin mit Stock

Natur erleben

11
Ap
Wer hat Schuld am Krebs?
11.04.2019 16:06

AUSZUG AUS MEINEM BUCH:

Wenn man das im Einzelfall doch nur so genau wüsste. Tausend und eine Warnung bekommt man immer wieder serviert – mit der Drohung: Das macht Krebs!

Der Raucher ist selbstverständlich schuld an seinem Lungenkrebs. Doch nicht jeder Raucher wird Lungenkrebs bekommen. Und manche Leute kennen Nichtraucher, die Lungenkrebs hatten und daran verstarben. Bei Brustkrebs, so hören wir oft, wären garantiert nichtverarbeitete Sorgen und Probleme ursächlich. Und klar, der Zucker und das Fleisch und die Pille und ... und ... und ... Da war Tschernobyl mit seinem Strahlenproblem bis nach Deutschland hinein. Hatte das keine Auswirkungen?

Folgendes fand ich in der Zeitschrift „Terra Mater“ Heft 5/2018 auf der Seite 99.

Der Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 2004, Aaron Ciechanover, wurde zu seinen Forschungen befragt und warum Krebstherapie so kompliziert sei:

„Weil Krebs eine ausgesprochene komplexe Krankheit ist. Hinter dem generischen Namen verstecken sich über 500 individuelle Formen. Darüber hinaus ist es eine sehr widerstandsfähige Krankheit. Greifen wir sie von einer Seite an, entwickelt sie sich in eine andere. Wir sind aber auf einem guten Weg, denke ich. … Als Erstes wird es darum gehen, dem Immunsystem bei der Bekämpfung von Krebs zu helfen.“

Während ich dieses Buch überarbeitete, wurde vom Gesundheitsminister eine Dekade gegen den Krebs ausgerufen. Im Grunde ist es schon lange Zeit dafür, sieht man sich nur die Zahlen der jährlichen Krebstoten in Deutschland an. Trotzdem ist dies ein zu begrüßender Schritt.

Die Hinweise des Gesundheitsministers, wie „jeder seinen persönlichen Kampf gegen den Krebs“ führen könne, riefen jedoch nicht ohne Grund viele Betroffene und deren Angehörige auf den Plan, derart massiv, dass der Minister sich entschuldigte.

Niemand bezweifelt, dass gesunde Lebensweise helfen kann, ich betone KANN, Krankheiten, egal welcher Art, zu verhindern. Das ist ja auch das Anliegen meiner Erfahrungsberichte in diesem Buch. Warum aber reagierten diese Menschen derart heftig? Weil die Formulierung des Ministers den Eindruck erweckte, wer so nicht kämpfen würde, hätte Schuld an seiner Krebserkrankung – und gegen derartige Aussagen ist man als Betroffener mehr als nur empfindlich oder reagiert sarkastisch, wie eine meiner Töchter: „Siehste Mutti, zu wenig Sonnenmilch genommen.“ Krebs, ich wiederhole Ciechanover, ist von sehr komplexer Art.

 

Irgendetwas muss es ja sein, was man falsch gemacht hat.

 

Bitte legt diese Schuldfrage weit, weit weg von euch!

Ein ganz normaler Tag
Vom Sturm, dem Ast und anderem

Kommentare